Reifeninfos

Reifenaufbau - Karkasse, Stahlgürtel, Wulst, Seitenwand, Lauffläche, Profil

Reifen sind heutzutage technisch hoch komplexe Gebilde, die aus einer Vielzahl an Materialien hergestellt werden und im täglichen Einsatz zum Teil extremen physikalischen Kräften widerstehen müssen. PKW-Reifen werden mittlerweile fast ausnahmslos als Gürtelreifen in Radialbauweise hergestellt. Bei dieser Bauart liegen die verschiedenen Gewebelagen der Karkasse im rechten Winkel zur Laufrichtung. Im folgenden geben wir einen Überblick über die wichtigsten Bauteile eines PKW-Reifens.

1. Karkasse und Innerliner

Die Karkasse bildet das Grundgerüst des Reifens und besteht aus gummierten Textilgeweben. Die Karkasse sorgt zusammen mit dem Luftdruck für die Tragfähigkeit des Reifens und verbindet den Gürtel mit dem Wulst. Anstelle eines Reifenschlauches verfügen moderne Reifen über ein sogenanntes Innerliner. Dabei handelt es sich um eine Gummischicht auf der Karkasse, die den Reifen abdichtet.

2. Stahlgürtel und Gürtelabdecklage

Beim Stahlgürtel handelt es sich um verschiedene Lagen gummierter Drahtgitter. Diese werden in der Lauffläche über der Karkasse angeordnet und versorgt den Reifen mit zusätzlicher Stabilität. Dadurch wird Rollwiderstand des Reifens verringert und die Seitenführungskräfte optimiert. Auf den Stahlgürtel wird bei High-Performance Reifen ein Nylongewebe gelegt. Dies dient zur zusätzlichen Verstärkung des Laufflächenbereichs.

3. Wulst

Der Wulst (auch Reifenfuß genannt) sorgt für den festen Sitz des Reifens auf der Felge. Wesentliche Bestandteile sind der Wulstkern mit Drahtkern und darum gewickeltem Karkassengewebe, sowie dem Kernreiter. Dieser befindet sich über dem Wulstkern und besteht aus Gummi. Der Kernreiter beeinflusst die Verformung des Reifens durch Seitenführungskräfte, sowie die Lenkpräzision. Letzteres wirkt sich insbesondere bei Motorradreifen stark aus.

4. Seitenwand

Als Seitenwand (auch als Flanke bekannt) bezeichnet man die äußere Gummischicht an der Seite des Reifens. Die Seitenwand wird besonders stark verformt und muss deshalb besonders flexibel gestaltet werden. Durch die Gestaltung der Seitenwand lässt sich das Dämpfungsverhalten und damit der Fahrkomfort eines Reifens beeinflussen. High-Performance Reifen können unter der Seitenwand noch einen sogenannten Verstärkerstreifen aufweisen. Dieser soll die Stabilität der Seitenwand und die Lenkpräzision des Reifens verbessern.

5. Lauffläche und Profil

Die Lauffläche ist der Teil des Reifens, der direkten Kontakt zur Fahrbahn hat. Hier findet die Kraftübertragung in Längs- und Querrichtung auf. Wesentlicher Bestandteil der Lauffläche ist das Profil, d.h. Die Einteilung der Lauffläche in einzelne Blöcke. Das Profildesign unterschiedet sich je nach Einsatzgebiet wesentlich. So weisen Winterreifen grobe Profilblöcke und eine Vielzahl kleiner Lamellen auf, während Sommerreifen meist eine höhere Kontaktfläche und umlaufende Profilrillen zur Vermeidung von Aquaplaning besitzen. Auch die Zusammensetzung der Gummimischung der Lauffläche unterscheidet sich bei Sommer- und Winterreifen.

Wichtige Reifengrößen von Sommerreifen

Sommerreifen 205/65 R15   Sommerreifen 215/55 R16   Sommerreifen 215/65 R16   Sommerreifen 225/45 R17